Tokio von unten – Radiosendung über die linksradikale Bewegung in Japan

Tokio ist natürlich nicht ganz Japan, fungiert aber offenbar als Kristallisationspunkt, wie das mit den Hauptstädten ja immer so ist. Gregor Wakounig, den ich von Twitter kenne, ist derzeit in Japan und treibt sich dort oftmals bei Linken bis Linksradikalen herum. Jetzt hat er ein einstündiges Feature bei Radio Orange produziert, das ihr nachhören könnt (Link dazu im eingebettetem Tweet).

Sein Einstieg ist für mich sehr passend: Westliche Aktivist_innen würden von der Bewegung in Japan nichts bis wenig wissen. Mir war höchstens klar, dass ein paar Leute die Fukushima-Katastrophe wenig leiwand finden. Natürlich passiert und passierte in Japan viel mehr.

Die Sendung hat einen historischen und einen aktuellen Teil, wobei einige Leute direkt zum Thema interviewt werden. Gregor vermittelt eher zwischen den Stimmen. Die Interviews sind leider sehr leise, man muss also oft die Lautstärke ändern. Heraus kommt für mich, dass die Linke in Japan ähnliche Probleme wie die Linke in Westeuropa hat, aber doch auch ganz eigene. Da wäre z.B. die Auseinandersetzung mit dogmatischen K-Gruppen, die aus dem Ruder läuft und andererseits Japan-spezifische Umstände (wobei der konkrete Konflikt mit den K-Gruppen natürlich auch spezifisch war) wie die mangelnde Akzeptanz von WGs. Gemeinsames Wohnen ist in diesem Land scheinbar noch ein Tabuthema. Das nur mal als Ausschnitt.

Hört euch die Sendung an, beim späten Frühstück oder zum zweiten covfefe ☕️.