Linksalad #4 – G20, Trump Jr. und die Misere der Radbot_innen

Dilemma des Lumpenprekariats: „Rot-Fahrt und Widerstand: Foodora-Radler verhaftet“ (heute.at) Die Essenslieferant_innen auf Fahrrädern werden zerquetscht zwischen mehreren dringlichen Faktoren: Sie müssen möglichst schnell sein, da sie pro Lieferung bezahlt werden. Deshalb macht es für sie wenig Sinn, sich an alle Verkehrsregeln zu halten. Wer steht um 22 Uhr schon gern an 5 aufeinander folgenden Ampeln […]

Tokio von unten – Radiosendung über die linksradikale Bewegung in Japan

Tokio ist natürlich nicht ganz Japan, fungiert aber offenbar als Kristallisationspunkt, wie das mit den Hauptstädten ja immer so ist. Gregor Wakounig, den ich von Twitter kenne, ist derzeit in Japan und treibt sich dort oftmals bei Linken bis Linksradikalen herum. Jetzt hat er ein einstündiges Feature bei Radio Orange produziert, das ihr nachhören könnt (Link dazu im eingebettetem Tweet).

Sein Einstieg ist für mich sehr passend: Westliche Aktivist_innen würden von der Bewegung in Japan nichts bis wenig wissen. Mir war höchstens klar, dass ein paar Leute die Fukushima-Katastrophe wenig leiwand finden. Natürlich passiert und passierte in Japan viel mehr.

Die Sendung hat einen historischen und einen aktuellen Teil, wobei einige Leute direkt zum Thema interviewt werden. Gregor vermittelt eher zwischen den Stimmen. Die Interviews sind leider sehr leise, man muss also oft die Lautstärke ändern. Heraus kommt für mich, dass die Linke in Japan ähnliche Probleme wie die Linke in Westeuropa hat, aber doch auch ganz eigene. Da wäre z.B. die Auseinandersetzung mit dogmatischen K-Gruppen, die aus dem Ruder läuft und andererseits Japan-spezifische Umstände (wobei der konkrete Konflikt mit den K-Gruppen natürlich auch spezifisch war) wie die mangelnde Akzeptanz von WGs. Gemeinsames Wohnen ist in diesem Land scheinbar noch ein Tabuthema. Das nur mal als Ausschnitt.

Hört euch die Sendung an, beim späten Frühstück oder zum zweiten covfefe ☕️.

Wie Alt-Right AktivistInnen Ironie als Waffe gebrauchen

A compounding difficulty for opponents of the “alt-right” is that online, it’s always been difficult to tell the difference between sincerity and satire.

Jason Wilson bringt beim Guardian auf den Punkt, was in sozialen Netzwerken, Diskussionsforen und Imageboards immer offensichtlicher wird: Rechtsextreme AktivistInnen können mittlerweile Ironie und Ikonographie. Immer mehr zeigt sich eine ironische Attitüde bei Leuten, die dem Spektrum von Rechtskonservativismus über Neue Rechte bis hin zum Neonazismus zugehören. Wieso ist das schlimm?

Knallige Bilder, sympathische Figuren, starke Symbole, ein großer Einfluss auf die großen Franchises der Popkultur – das alles war seit den 70ern eine Domäne der Linken bis Liberalen. In Verhältnissen, die Selbstinszenierung und Coolness nötig  machen, waren zumeist diejenigen besonders gut darin, die sich gegen Kapitalismus und Autorität richteten. Dieser Vorsprung scheint nun verloren: Pepe the Frog geistert wie eine ansteckende Krankheit durch die Twitter-Feeds und die stärkste Fraktion der Studierendenvertretung der juristischen Fakultät Wien macht verhöhnende Bildchen über vergaste Jüdinnen und Juden, die viele als lustig empfinden.

Dabei ist jede Entgleisung immer nur ein schlechter Scherz oder schwarzer Humor. Tatsächlich wird es schwer, eingefleischte Nazis und Gelegenheits-Pöbler_innen im ironsichen Inferno der Vergasungswitze voneinander zu unterscheiden. Die Ironie macht es überhaupt möglich, solche Witze und Bilder ohne Geld- und/oder Freiheitsstrafen zu reißen.

Verwunderlich ist das ganze aber nicht: Die Rechten waren historisch immer wieder sehr gut darin, bildgewaltige Inhalte zu erschaffen. Die Propagandafilme des Dritten Reiches und die SS-Uniformen sind bis heute ein beeindruckende sowie erschreckendes Beispiel dafür. Rechte Ideologie vereinfacht, spitzt zu emotionalisiert – drei zentrale Mechanismen des Internets.

Identitäre attackieren Aufführung von „Die Schutzbefohlenen“ im AudiMax – Protokoll + Kommentar

news travels fast these days, innerhalb einer Stunde waren auf den großen Online-Portalen Österreichs/Wiens bereits Artikel zur Aktion der Identitären zu lesen. Hier ein Bericht auf mokant.at, der auch einige Zeug*innen mit einbezieht und einen groben Überblick gibt. Ich selbst war anwesend und habe die Situation gestern Nacht noch recht ausgiebig besprochen. Beim Lesen und […]