Tschapajew (1934) – Ein Held_innenmythos der Roten Armee

Im russischen Bürgerkrieg kämpft die Division unter Führung Tschapajews gegen die Weißgardisten. An zwei Schlachten beobachten wir Aufstieg und Fall dieser Heldenfigur sowie das alltägliche Leben der Soldaten und der einen Soldatin. Es ist ein affirmativer Kriegsfilm, in welchem zahlreiche ideologische Maxime der Sowjetunion zum Entstehungszeitpunkt 1934 ihre Umsetzung fanden. Als einer der erfolgreichsten Filme […]

Podcast: Modernen Antisemitismus erkennen

Der Lila Podcast hat eine Sendung zu antisemitischen Tendenzen im Feminismus produziert, die ich noch nicht angehört habe. Dafür habe ich die darauf folgende Bonus-Episode bereits konsumiert, die ich hier weiterempfehlen will. Darin stellt Katrin Rönicke der Linguistin und Antisemitismus-Forscherin Monika Schwarz-Friesel drei Fragen, wie man modernen Antisemitismus erkennen kann und wie man darauf reagieren sollte.

Maßgeblich dafür ist die Erkenntnis, dass kaum wer noch offen antisemitisch ist. Moderner Antisemitismus tritt zumeist als „Kritik“ an Israel bzw. als Antizionismus auf. Ein gutes Beispiel hierfür ist die BDS-Bewegung (Boycott. Divestment. Sanctions.), die als antisemitisch bewertet werden muss. Mehr erfahrt ihr im Podcast:

Linksalad #4 – G20, Trump Jr. und die Misere der Radbot_innen

Dilemma des Lumpenprekariats: „Rot-Fahrt und Widerstand: Foodora-Radler verhaftet“ (heute.at) Die Essenslieferant_innen auf Fahrrädern werden zerquetscht zwischen mehreren dringlichen Faktoren: Sie müssen möglichst schnell sein, da sie pro Lieferung bezahlt werden. Deshalb macht es für sie wenig Sinn, sich an alle Verkehrsregeln zu halten. Wer steht um 22 Uhr schon gern an 5 aufeinander folgenden Ampeln […]

Video-Essay: Woher kommen die Cyborgs? (GHOST IN THE SHELL)

Für einen Kurs auf der Uni musste ich dieses Video anfertigen und trotz technischer Mängel finde ich es halbwegs gelungen. Ich beschäftige mich mit dem Anime-Klassiker Ghost in the Shell und der Spielfilmvariante aus diesem Jahr.

Die Idee für das Video ist mir beim Lesen von Donna Haraway’s Cyborg Manifesto gekommen, ein Text, der schon ewig auf meinem Stapel lag. Besonders interessant fand ich daran die Frage nach dem Ursprung, worauf Cyborgs eine ganz außergewöhnliche Antwort parat haben. Aber seht selbst.

Wie Alt-Right AktivistInnen Ironie als Waffe gebrauchen

A compounding difficulty for opponents of the “alt-right” is that online, it’s always been difficult to tell the difference between sincerity and satire.

Jason Wilson bringt beim Guardian auf den Punkt, was in sozialen Netzwerken, Diskussionsforen und Imageboards immer offensichtlicher wird: Rechtsextreme AktivistInnen können mittlerweile Ironie und Ikonographie. Immer mehr zeigt sich eine ironische Attitüde bei Leuten, die dem Spektrum von Rechtskonservativismus über Neue Rechte bis hin zum Neonazismus zugehören. Wieso ist das schlimm?

Knallige Bilder, sympathische Figuren, starke Symbole, ein großer Einfluss auf die großen Franchises der Popkultur – das alles war seit den 70ern eine Domäne der Linken bis Liberalen. In Verhältnissen, die Selbstinszenierung und Coolness nötig  machen, waren zumeist diejenigen besonders gut darin, die sich gegen Kapitalismus und Autorität richteten. Dieser Vorsprung scheint nun verloren: Pepe the Frog geistert wie eine ansteckende Krankheit durch die Twitter-Feeds und die stärkste Fraktion der Studierendenvertretung der juristischen Fakultät Wien macht verhöhnende Bildchen über vergaste Jüdinnen und Juden, die viele als lustig empfinden.

Dabei ist jede Entgleisung immer nur ein schlechter Scherz oder schwarzer Humor. Tatsächlich wird es schwer, eingefleischte Nazis und Gelegenheits-Pöbler_innen im ironsichen Inferno der Vergasungswitze voneinander zu unterscheiden. Die Ironie macht es überhaupt möglich, solche Witze und Bilder ohne Geld- und/oder Freiheitsstrafen zu reißen.

Verwunderlich ist das ganze aber nicht: Die Rechten waren historisch immer wieder sehr gut darin, bildgewaltige Inhalte zu erschaffen. Die Propagandafilme des Dritten Reiches und die SS-Uniformen sind bis heute ein beeindruckende sowie erschreckendes Beispiel dafür. Rechte Ideologie vereinfacht, spitzt zu emotionalisiert – drei zentrale Mechanismen des Internets.