in Internet, Politik

A compounding difficulty for opponents of the “alt-right” is that online, it’s always been difficult to tell the difference between sincerity and satire.

Jason Wilson bringt beim Guardian auf den Punkt, was in sozialen Netzwerken, Diskussionsforen und Imageboards immer offensichtlicher wird: Rechtsextreme AktivistInnen können mittlerweile Ironie und Ikonographie. Immer mehr zeigt sich eine ironische Attitüde bei Leuten, die dem Spektrum von Rechtskonservativismus über Neue Rechte bis hin zum Neonazismus zugehören. Wieso ist das schlimm?

Knallige Bilder, sympathische Figuren, starke Symbole, ein großer Einfluss auf die großen Franchises der Popkultur – das alles war seit den 70ern eine Domäne der Linken bis Liberalen. In Verhältnissen, die Selbstinszenierung und Coolness nötig  machen, waren zumeist diejenigen besonders gut darin, die sich gegen Kapitalismus und Autorität richteten. Dieser Vorsprung scheint nun verloren: Pepe the Frog geistert wie eine ansteckende Krankheit durch die Twitter-Feeds und die stärkste Fraktion der Studierendenvertretung der juristischen Fakultät Wien macht verhöhnende Bildchen über vergaste Jüdinnen und Juden, die viele als lustig empfinden.

Dabei ist jede Entgleisung immer nur ein schlechter Scherz oder schwarzer Humor. Tatsächlich wird es schwer, eingefleischte Nazis und Gelegenheits-Pöbler_innen im ironsichen Inferno der Vergasungswitze voneinander zu unterscheiden. Die Ironie macht es überhaupt möglich, solche Witze und Bilder ohne Geld- und/oder Freiheitsstrafen zu reißen.

Verwunderlich ist das ganze aber nicht: Die Rechten waren historisch immer wieder sehr gut darin, bildgewaltige Inhalte zu erschaffen. Die Propagandafilme des Dritten Reiches und die SS-Uniformen sind bis heute ein beeindruckende sowie erschreckendes Beispiel dafür. Rechte Ideologie vereinfacht, spitzt zu emotionalisiert – drei zentrale Mechanismen des Internets.

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