in Kino

In der Fortsetzung des Manga-Klassikers scheinen einige Elemente auf, die auch in der Spielfilmversion dieses Jahres vorkommen. Am auffälligsten sind die Geisha-Roboter, die von einem unheimlichen Geist befallen werden und plötzlich ihre Besitzer umbringen. Noch pikanter wird die Angelegenheit, weil es sich um Sexbots der Firma LOCUS SOLUS handelt, die damit in einer Grauzone tätig ist. Abseits der Mayor im ersten Teil wird also auch im Sequel die spezifische Situation des weiblichen Gynoiden verhandelt. Im Film ist vor allem von Dolls die Rede; von Maschinen also, die ihren Meister_innen unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Im Fokus des Films steht diesmal die Beziehung zwischen Togusa, einem fast unveränderten Menschen, und Batou, der immer mehr cybernetische Veränderungen erfährt. Für letzteren ist die Verbindung zur Mayor weiterhin sehr wichtig, die seinem menschlichen Kollegen kaum verständlich ist. Doch die Mayor tritt über das Netzwerk mit Batou in Kontakt und agiert als eine Art Schutzengel. Dabei nimmt sie verschiedene Formen an, ist entweder unterbewusste Stimme oder eingeschränkter Geist, der eine der Puppen lenkt und damit handlungsfähig wird. Die Idee einer völlig neuen Existenzform aus dem ersten Teil wird also weiter ausgebaut.

Der Plot besteht erneut aus einem relativ komplexen Intrigenspiel zwischen der LOCUS SOLUS Corporation, ihren Verbindungen zur Yakuza und einer mysteriösen Serie von Morden. Das entscheidende Bindeglied ist Kim, ein Soldat, der zum Hacker für die Firma geworden ist. Als Batou und Togusa dessen Anwesen betreten, geraten sie in ein komplexes Timeloop, dem sie nur mit Hilfe der Mayor entkommen können. Dabei spielt eine Vielzahl an philosophischen, religiösen und literarischen Zitaten eine Rolle, es geht erneut um die Essenz des Menschseins. Auf Wikipedia findet sich ein überblick aller Querverbindungen.

Beeindruckt hat mich die Szene mit der Robo-Forensikerin, die sich auch im Spielfilm findet. Im Dialog zwischen ihr und Togusa findet eine Reflexion der Vanitas und der menschlichen bzw. künstlichen Reproduktion statt. Das Kettenrauchen passt bildlich sehr gut dazu.

Innocence ist eine gute Fortsetzung, die für sich alleine steht. Man muss den ersten Teil kennen, aber es ist auch keine direkte Fortführung der Handlung. Die Action tritt noch mehr in den Hintergrund und der Film beschäftigt sich noch mehr mit philosophischen Fragen zum Verhältnis von Mensch und Machine. Visuell punktet eine neue Animationstechnik, die mit den klassischen Zeichnungen verschmilzt und immer noch schön ist.

Kommentiere!

Kommentar