in Kino

Ein Film darüber, wie ein Sprecher und eine Sprecherin den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan im Funkhaus Wien, nunja, einsprechen. Gelesen werden können die Briefe in Herzzeit, erschienen bei Suhrkamp. Zumeist sehen wir Detailaufnahmen von sprechenden Gesichtern vor den Kondensatormikrofonen. Das Abgelesene ist schwer verdaulich, aber das war ja klar. Das Hirn spielt einem einen Streich: Man denkt die beiden wären nun wirklich Paul und Ingeborg, vielleicht küssen sie sich in der Mittagspause. Aber Nein, gnädigerweise wird einem der Kitsch erspart.

Nach Mad Max, der zuletzt im Kino wie noch nie, Augarten Wien, lief, war Die Geträumten erfrischend. Film kann doch noch viel mehr, als schnell und bombastisch sein. Die Art und Weise, wie hier Text vermittelt wird, ist weniger plump als ein paar berühmte BBC Schauspieler_innen etwas historisch korrektes aufführen zu lassen. Teils will er leider nicht ganz überspringen, der Funke. Vielleicht wurden die Briefe einfach nicht dafür geschrieben, vorgelesen zu werden.

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