in Internet, Politik

Talks, Talks, Talks – Feminismus, Lügen im Netz & organisierte Liebe

quick and dirty will ich auf 3 Konferenz-Beiträge verweisen, die mich in den letzten 3 Wochen beschäftigt haben. Wie der Titel bereits ankündigt, geht es in den Beiträgen gewissermaßen ums Ganze. Es sind große Themen, die uns täglich begegnen.

Chimanda Ngozi Adichie – We should all be feminists

Diesen Beitrag habe ich auch in gedruckter Form in einem privaten Lesekreis besprochen. Wir kamen zu dem Schluss, dass Frau Adichie das Anliegen des Feminismus auf eine sehr klare Weise erklärt. Damit ist das Video ein Link-Tipp besonders in der politischen Überzeugungsarbeit, als Anhang in Mails und Nachrichten an Familie & Bekannte. Die wichtigste Aussage des talks für mich war, dass Kultur von Menschen gemacht ist – und sich wie die Menschen auch ständig wandelt und wandeln muss. Gerade ist die Kultur noch stark sexistisch, doch dies können wir ändern.

Ingrid Brodnig: Warum Lügengeschichten so gut funktionieren

Falschmeldungen und Lügen im Internet: Ein lang bekanntes Problem, wohl so alt wie das Medium selbst. Böse Zungen könnten gar behaupten, dass das Netz vor allem aus falschen Gerüchten besteht. Wie gefährlich das ist, macht Frau Brodnig am Beispiel der Falschmeldung, dass in Schweder der Bürgerkrieg ausgebrochen sei, klar. Sie verfolgt die komplexe Spur dieser Lüge und offenbart ein riesiges Netz an Verlinkungen. Die Meldung wurde letztlich so oft geteilt, dass sie auf Google tausende hits generierte. Und das ist für mich der Knackpunkt: Viele Leser*innen, selbst tief in der echo-chamber der eigenen Filterblase verloren, denken sich angesichts einer solchen Behauptung „wtf, das kann ja nicht sein“. Googeln. Bekommen die Bestätigung durch viele ähnliche Meldungen. Zum Schluss macht Brodnig klar, dass wir uns sehr genau überlegen müssen, wie wir auf solche Lügen reagieren. Denn das kann je nach Methode in noch mehr Irrglauben umschlagen.

Kübra Gümüşay: Organisierte Liebe

Den Abschluss meiner Link-Sammlung macht das Thema Hatespeech und der Beitrag von Frau Gümüşay mit einem Titel, der romantisch verklärt erscheint: Häh, Liebe organisieren, was für ein bullshit?! In ihrer Rede führt die Aktivistin aus, dass aber genau das nötig und total naheliegend sei: Denn der Hass ist bereits bestens vernetzt und hilft sich gegenseitig aus. Die Rednerin kämpft sichtlich mit ihren Emotionen, muss sie doch ihren Panzer nach außen hin öffnen, um das Thema besprechen zu können. Sie habe keine Lust mehr, sich als behauptete Andere ständig gegenüber der deutschen Gesellschaft für ihre bloße Existenz rechtfertigen zu müssen. Word.

Danke an alle, die mich auf diese Beiträge aufmerksam gemacht haben.

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