in Reisen

Revue Berlin 2015 #02

Wir laufen vom Boxhagener Platz über die Warschauer Brücke nach Neukölln. Hier liegt das Tristeza, ein Cousin hängt hier angeblich oft ab. Es ist im Stil von Punkrock trifft Spitze trifft Rockabiliy eingerichtet. Das Sterni kostet 1,60€ und Shots 1€. Ein Gewitter bahnt sich an, es sieht nach Weltuntergang aus, zunächst ist es aber halb so schlimm. Gerede über Alkohol- und Coffein-Pausen. Ich trinke erst mal eine Coke und auch von der etwas ekligen Mate, die sie sich gegönnt hat, sippe ich.

Was gab es am Boxhagener Plazz? Dort war ein Flohmarkt. Die Stände reihen sich um den Rand des Park, in der Mitte spielen Nackedei-Winzlinge in einem Brunnen-Biotop umringt von den kritischen Blicken ihrer Eltern. Von der Aufstellung her ist der Flohmarkt sehr gut, es gibt einige wirklich privat anwesende Leute und viel Kunsthandwerk. Hippie-Schmuck bis zum Abwinken. Leider ist wenig Schund dabei, man könnte fast überall etwas kaufen. Sie merkt nachher an, es hätte viele Geweihe gegeben. Okay, das ist mir nicht eingefallen. So bleibt er von einem halben Hirsch als Mitbringsel eben verschont.
Um den Boxhagener Platz gibt es eine Unzahl an Kaffees, Kneipen, Imbissen und Restaurants. Wir gehen zweimal im Kreis, erschlagen von der Auswahl und entscheiden uns letztlich für ein Falaffel-Haus. Für 5,50 gibt es einen gigantischen gemischten Teller und ich bin glücklich. Die Falaffel schmecken nicht nur erdig-deftig, sondern haben auch eine süße Note und sind sehr knusprig.

Wir sitzen insgesamt bestimmt 3 Stunden in der Tristeza. Es spielt riioott grrrll punk, elektrogeschwurbel, anderes. Status: Ich fühle mich etwas fertig, zu wenig geschlafen. Wir sind ein wenig gelangweilt und telefonieren wild herum: Wollen uns bei einem einladen, der war heute noch feiern. Unser Bester wollte hierher kommen. Überaus witzig: Die Barfrau will ihm zunächst kein Bier geben, weil er sein Hemd offen trägt. Dargestellte Männlichkeit in einer linken Kneipe und so. Das bittere ist aber: Wir dürfen uns die Geschichte mindestens noch drei tausend Mal anhören. Er knüpft also seine Brust zu, holt sich sein Bier und fängt an zu pöbeln. Bier hat als Argument mal wieder gesiegt.
Letztlich starten wir zurück zu ihm und bewegen uns weiter nach Prenzl-Berg, wo wir zu Nächtigen gedenken. Ich bin recht fertig und auch etwas grumpy, richte mich häuslich ein und will eigentlich nur noch pennen.

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