in Gekritzel, Rausch

stream of consciousness – saturday’s depression – wall of text

Wir brauchen die Freiheit der Welt
und nicht nur in diesem Land.
Ein freier Mann sein und doch gefangen im Loop,
männliche Mythen,
die Konditionierung ist viel subtiler,
Fressen gibt es nur beim Klingeln,
sie arbeitet auf Höhe der Psyche,
dort sind tausend kleine Annahmen,
die wir zu brechen bereit sein müssen,
doch das Bewusstsein lehnt sich auf,
selbst die besten Freundinnen verstummen
und überhaupt sind wir sehr einsam,
die Individualität ist zunächst ein Schicksal,
wie soll man sich zu einer Gesellschaft zusammenfinden,
ein Haufen Freaks gebändigt durch gedämpfte Kleidung,
die nach Blumen duftet,
stärker, als es echte Pflanzen je tun könnten.
Der Körper ist ein unterschätztes Gut,
er wird unterworfen aber lässt sich das nicht so einfach gefallen.
Wir müssten mehr schlafen und gehen,
doch beides ist viel zu langsam,
Einsatz für die allumfassende Lebensqualität,
neben H&M erfrieren ein paar Sandler,
aber die Punks wärmt noch der Schnapps.
Billige Drogen gesellschaftlich verpönt,
täglich drei psychoaktive Medikamtene schlucken
und trotzdem nicht als Junkie gelten.
Der Stoff ist zu sanft, uns gelüstet nach Extremen,
das Sein ist so bequem, dass wir auf uns selbst zurückgeworfen
– und fuck, da ist ja nichts, nur 1000 andere,
die Zwischenräume müssen das Ich ergeben.
Vielleicht braucht es einen radikalen Existenzialismus
und einen Vorschlaghammer gegen sämtliche Bildschirme dieser Welt.
Wir sind befriedet bis zum Umfallen,
Frieden als unterdrückter Kriegszustand, Leviathan,
wann haben wir zuletzt gestritten? I'm so numb,
Weltschmerzfantasien, die Pathologisierung von allem,
Gesundheit nur gegen Geld, gesund sterben, kein Leid,
selbst zu verrecken kostet einen Haufen Asche.
Ein Liberalismus kann sich in die Konterrevolution verdichten,
die Aufklärung hat auch einen totalisierenden Charakter,
Zivilisationen und Barberei gingen schon immer Hand in Hand,
Händchenhalten vor dem Weltuntergang, Schließen des Kühlschranks,
das Licht in Innerem wird von Gouda verdeckt, mittelalt, Trübnis.
Glück als Lüge von Selbstfindungsbüchern,
man hat den Jungen nie beigebracht zu weinen,
bei näherer Betrachtung erscheint die eigene Reproduktion
als unerhörte Dummheit.
Die Leute ziehen nach Berlin und gehen an der Konkurrenz zu Grunde,
wir haben für überhaupt nichts mehr Zeit,
Leben gedacht in 140 zeichen, 1002 retweets,
was antowrtet man auf die Frage nach dem Befinden? gutefrage.at
Wir kommen uns nicht mehr nahe.
Nahtoderfahrungen aus Langeweile und Profilierungsbedürfnis,
habe ich gestern viel getrunken, let's fuck this summer up,
der Sommer ist vorbei, alles muss ich Flammen stehen.
Überhaupt gar keine Lust mehr mit Rechten und Konservativen zu reden,
sie stehen vor dem Abgrund und klammern sich an Fußfesseln.
Alles und nichts ist schön, überhaupt jede Werbung
sollte abgerissen und überklebt werden,
Hässlichkeit als Schönheitsideal,
wir gehen an Idealen zu Grunde.
Angrund start in Abgrund, echo-chamber,
für ein Leben in der Filterblase,
zwei Spiegel im Aufzug gegenüber, unendliche Reflexion,
komplexe Philosophie – die für uns unverständlich ist.
Alles selber machen, darin eine vermeindliche Revolution erkennen,
welches Gewicht darf der Tierschutz in Relation zum Kampf für Menschenrechte haben?
Schellen für Politiker, Deutsche raus aus Deutschland,
das Mundwerk mit der Tätersprache beschmutzen.
Overload error, nichts mehr ist wichtig,
Leitartikel oder rainbow-gif,
bento oder Journalismus,
SUVs in mattem Lack,
roter nail-polish auf mit Schwielen übersäten Händen

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