in Gekritzel

nach der #revolution 002 – Hass und Kaffeehäuser

Nach der Revolution werden wir all die Arschlöcher immer noch hassen und die Macht haben, über sie zu richten. Wir müssen mit diesem Hass umgehen lernen.

Die erste Generation nach der Revolution wird die Welt nicht verstehen – und wir umso weniger. Wir werden jeden Gedanken doppelt wenden müssen, ganz vorsichtig sein.

Nach der Revolution wird die Lebensmittelindustrie vegane Eier und Milch erfinden, damit alle Pfannkuchen frühstücken können.

Nach der Revolution werden wir keine Angst mehr haben vor Arbeitslosigkeit, der Monatsmiete oder mangelnder Krankenversicherung. An so viel schönere Dinge können wir fortan unsere Gedanken verschwenden.

Nach der Revolution wir der Stoff rein und unverschnitten sein, der Vodka richtig gut, der Kaffee mild und weniger säuerlich. Uns wird es besser gehen.

Nach der Revolution sind natürlich alle Cafes umsonst, und so schlendern wir von Kaffeehaus zu Kaffeehaus, von Terrasse zu Terrasse, trinken am Tag 10 Espresso und sind putzmunter. Unter bunten Sonnenschirmen zu Zigaretten-Rauch entstehen ein paar hundert neue Meisterwerke, weil die Leute Zeit zum Schreiben haben.

Nach der Revolution gibt es Volksküchen für jedes Grätzl, wo wir mit zwanzig anderen riesige Bleche Spinat-Lasagne machen und den ganzen Nachmittag davon schlemmen.

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