in Musik, Politik

Linksalat #001 (eine Linksammlung) – Refugees, Dirndl, EU, Bi-ness und Honeymoons

Was übrig bleibt vom Tauchgang im Cyberspace

Viel liest man über Tage und Wochen hinweg im Netz und in der Retrospektive frage zumindest ich mich immer wieder: Was habe ich überhaupt behalten, was hat auch 6 Stunden nach der Veröffentlichung noch Relevanz? Bei Musik, Podcasts, Videos oder lustigen Bildchen verhält es sich ähnlich. Um ein wenig den Überblick zu behalten, will ich nun regelmäßig den Wust an Links entwirren, das Beste rausfiltern, neu aufmischen und mit viel Essig/Öl, Gürkchen und Emmentaler-Stücken zu einem köstlichen (Link-)Wurstsalat aufmischen! Enjoy.

Rudis Brille: Die Tracht gehört nicht in den Club (noisey alps)

Während meinen 20 Jahren in der Provinz war es ein entscheidendes Distinktionsmerkmal, keine Tracht zu tragen. Es war Ausdruck einer wie auch immer gearteten Feindschaft zum Establishment. Nasenrümpfend blickten wir auf SchulkollegInnen, die Superdry und Abercrombie & Fitch durch Dirndl und Leder ersetzten – natürlich taten sie dies nur während den 7 Tage Volksfest. But it’s getting hip again, selbst in den Großstädten. Mal wieder wird klar, dass in dem wöchentlichen Freitagabend-Besäufnis kaum Fortschritt steckt. Für viele ist es ganz geil, mit der Lederhose von Opa auf den Prater anstatt zu Grottenolm-Techno in irgendeinen Keller zu starten. Ein treffender, bissiger Kommentar zur Lage der Club-Kultur, nicht nur in Wien. Looking at you, Oktoberfest.

Auf Waldheims Spuren (jungle world)

Wien/Österreich als Tor des Irans zu Österreich. Nicht nur bei den Verhandlungen zum Atomabkommen gibt man sich in Wien großzügig. War man schon mal am Verhandlungstisch, kann man auch noch Wirtschafts-Deals in Millionenhöhe klarmachen. Dass die Führungsriege des Iran täglich Verbrechen gegen die Menschheit begeht und man Israel weiterhin auslöschen will, scheint Nebensache. Eine aufklärende Analyse der Diplomatie zwischen Österreich und dem Iran, historisch aufgezogen.

Martin Sonneborn – Bericht aus Brüssel (Folge 7)

„Als es um die Einführung eines europaweit einheitlichen Fahrscheines geht, stößt mich mein polnischer Nachbar an. »What means ›ticket‹ in German?« Ich antworte, daß man ruhig »Ticket« sagen kann, das würde jeder verstehen. Korwin-Mikke bedankt sich artig, steht auf und hält eine Rede. … Dann hebt er den rechten Arm und ruft auf deutsch: »Ein Volk, ein Reich, ein Tickät!«“ Sonneborn offenbart zum siebten Mal den ganz normalen Wahnsinn des EU-Parlaments mit Fokus auf das Treiben der rechtsradikalen Abgeordneten. Die besten Geschichten schreibt das Leben eben selbst.

Die ignorierten Bisexuellen (tagesspiegel)

Letzten Mittwoch war der weltweite Bi Visibility Day. Twitter-User und Soziologie-Student @freddy2805 verfasste zu diesem Anlass eine Abhandlung über die zahlreichen Konflikte, mit denen sich Bisexuelle täglich herumschlagen müssen. Während Homo als Identität mehr oder weniger etabliert ist, wird Bisexualität teils noch als Phase abgetan. Das eigene Begehren als „Phase“, die schon wieder vorbeigeht – not.

Extreme Gegensätze (der freitag)

Hunderte freiwillige Helfer_innen stürmten in den vergangenen Wochen zu den Bahnhöfen, um den ankommenden und weiterziehenden Geflüchteten Hilfe zu leisten. Vor zwei Jahren interessierte die deutsche/österreichische/europäische Öffentlichkeit die Abschottung der Außengrenzen durch Frontex und die mühsame Flucht der Menschen aus Krisengebieten/Unrechtsstaaten noch herzlich wenig. Langjährige Aktivist_innen sind über den plötzlichen Gesinnungswandel verwundert und befürchten einen Backlash, sobald das Mitleid nachlässt.

Flüchtlingskrise – Ich war dabei (jungle world)

„Sourush M. ist verdutzt. Er sitzt im Bus und bemerkt, dass eine ältere Frau ihn schon eine ganze Weile lächelnd anguckt. Als er Anstalten macht auszusteigen, bekommt seine Beobachterin feuchte Augen und sagt: »Be welcome!« Herzerwärmend. Sourush M. wurde vor über 26 Jahren in Deutschland geboren und endlich wird auch er willkommen geheißen, gerade so, als hätten die Geburtshelfer das damals vergessen.“ Eine ernüchternde Analyse zum Wilkommens-Weltmeister Deutschland und der fraglichen Selbstprofilierung von Helfer_innen.

Lana del Ray – Honeymoon

She’s back. Das dritte Album der Herzschmerz-Queen ist immer noch melancholisch, jung, unglücklich verliebt. „High by the Beach“ wird zumindest für mich zur Hymne gereichen. In den nächsten Wochen ist der Platte Platz 1 auf der guilty pleasures Liste sicher!

Das wars. Mich interessiert auch, was bei dir vom Internet hängen bleibt. Verweise gerne als Kommentar.

 

 

 

 

 

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  • Wurstsalat #002 – Feminismus & Antisemitismus, AfD im Parlament – FEEZ

    […] saure Gemisch aus Link-Lyoner, Gürkchen, Zwiebeln und Käse gab es schon einmal. Nach einem halben Jahr Ruhe ist der Essig richtig gut eingezogen und die Lektüre-Vorschläge […]