in Gekritzel, Internet

why i use flattr: Ein paar peanuts ergeben einen Kaffee für deine Lieblinge

Werbung im Internet ist für uns wohl mittlerweile selbstverständlicher als klassische billboard ads an Autobahnausfahrten oder öffentlichen Plätzen. Wer sich ohne adblocker in die freie Wildbahn traut, wird erschlagen wie bei 50 Grad in der prallen Sonne. Und nicht nur bei den major playern gehört die Gilette(tm)-Werbung längst zum background-Alltag, auch mittelgroße Newsportale und Nieschenblogs schalten Werbung. Für mich würde sich das in etwa so anfühlen, wenn man in seinen Vorgarten ein Schild für Telefonsex-Hotlines aus dem Nachbargebäude aufstellt: Nicht verwerflich, aber irgendwie lustig. Und etwas verzweifelt.

Denn der Knackpunkt ist: Es braucht wirklich verdammt viel user traffic, um mit den blinkenden Bildchen im Netz Kohle zu machen. Für die meisten Kreativen im Netz springen dabei sicher nur ein paar Kaffees raus – was okay ist. Wenn mensch schon stundenlang in Einsamkeit vor Text-, Bild- oder Video-Editoren kauert, kann zumindest der Coffein-Nachschub von den usern beglichen werden. Die Miete muss dann eh erkellnert werden.

Wäre es nun als Zwischenösung nicht sinnvoller, den geliebten Produzent_innen nicht einfach direkt das Feierabend-Bier zu spendieren und dafür nicht mit Nespresso-Maschinen auf amazon belästigt zu werden? Also bis wir zumindest ein bedingungsloses Grundeinkommen oder eine wie auch immer geartete Kultur-Pauschale haben? Ich meine schon. Deshalb nutze ich jetzt flattr, einen sogenannten micro-payments Dienst.

Auf flattr könnt ihr ein kleines (oder rieeeeesiges) monatliches Budget anlegen, das zwischen allen Menschen aufgeteilt wird, deren Inhalte ihr in einem Monat konsumiert habt und wertschätzen wollt. Wie ihr bestimmt, was genau per micro-payment entlohnt werden soll, passiert auf verschiedene Weisen: Per Knopfdruck ähnlich einem Teilen-Button, monatlichem Abonnement oder automatisch bestimmt, so können z.B. Künstler_innen aller Songs belohnt, die euch auf SoundCloud gefallen.

Ich habe den Dienst gerade konfiguriert und trete jetzt automatisch jeden Monat per Abo einen Teil an Netzpolitik.org und Jungle-World.com ab, dazu kommen manuelle Klicks und automatisch generierte Last.fm-Scrobbles. Der größte Vorteil: Alles geht schnell von der Hand. Ihr müsst nur alle paar Monate einen Betrag auf flattr überweisen, der dann automatisch weitergegeben wird – und nicht für jeden noch so kleinen Betrag eine extra Überweisung ausstellen.

Ich finde den Dienst eine tolle Erfindung. Gefällt dir die Idee? Oder eh alles doof? Falls du nun flattr nutzt und mal etwas von mir gut findest: Hier mein Profil. Mensch kann nämlich immer gleichzeitig geben und empfangen.

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