in Gekritzel

Momentaufnahme #0008 – plansch!

der erste tag am badesee und der zweite mit 30 grad. schwer bepackt, mit dem wanderrucksack meines vaters, radle ich von einem ende der stadt zum anderen. ich verwünsche diese entscheidung, als ich zum dritten mal falsch abbiege. die vorhut wartet schon grantig, denn nur eine hat den weg richtig eingeschätzt. die wiese ist voll, es wird gesonnt, geworfen, geschmissen, verschmissen, gefangen, befangen, abgefangen. Dazwischen die tollenden Kinder, selbstvergessen, als kontrast zum sozialen spiel der ausgewachsenen in bademode.

ist das noch wien? ich frage nicht nur, weil wir uns fern vom stadtkern befinden, sondern weil es plötzlich grün ist und es aussieht wie am bodensee. der kirchturm ist wieder das höchste gebäude. es gibt leider kein billiges bier, dafür gute fritten. aber jetzt plansch! oben auf schwanenkot, am boden treffen die füße auf algen.

die nachhut hat wegfindungsprobleme, gemeinsam schreien wir erklärungen durcheinander, schaffen neue irrgärten. volleybälle als nahende Bedrohung. die ruhelosen kommen nicht ab von ihrem eventkalender, es gebe heute outdoorraves. zwei stunden später entpuppt sich das als virales marketing eines etablierten clubs. welcome to the 21st century. das klirren aus den bluetooth-boxen macht doch traurig.

von unseren vliesdecken aus erscheinen die menschen so schön, dass wir anfangen zu diskutieren: wen wir lieben wollen, aber leider nicht können – aber vor allem natürlich uns selbst. die eigene brust ist auch eine. ein anderes krisenfeld: bademode in zu kleinen größen oder hässlich.

es gibt einen geburtstag zu feiern, neue namen zu erfragen und alte zu vergessen (namen wie geburtstage). wir erinnern uns schließlich der schnaken, gezwungenermaßen. der sommer und das wasser sind eben doch scheiße. nein, wir haben keine gitarre – also nicht hier – und geben würden wir sie dir wohl eh nicht.

drei punks rafft der korn dahin, die sanitäter stellen noch fritten auf.

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