in Theater/Performance

küchengeräte erklärt – feminist version – mach kaputt, was dich kaputt macht!

Die folgende Performance unter dem Titel „Semiotics of the Kitchen“ von Martha Rossler aus dem Jahr 1975 mag komisch, abstrus oder populärsprachlich einfach abgefahren wirken. Eben diese Verstörung ist das Ziel der Künstlerin und Feministin. Eine Frau steht in der Küche – ihrem angeblich so natürlichen Lebensraum – und erklärt ihr Werkzeug. „Semiotics“ steht nicht versehentlich im Titel, denn es wird klar, wie absurd die Bezeichnungen zu den Gegenständen und den damit durchgeführten Handlungen wirken.

„Eggbeater“. Damit rührt sie gewaltvoll in der leeren Schüssel. Wie ein Tritt in die Eier. Mit der „fork“ wird zugestochen, sie ist eine Waffe.

Wunderbar ist das re-enactment über 30 Jahre später. Was sagt es aus über die Gesellschaft aus, dass eine Performance aus den 70ern erst vor einigen Jahren in zeitgenössischen Form auf Youtube wieder aufgegriffen wird? Sicher nichts gutes. Thressa Willet – Semiotics of the Kitchen 2011 (Barbie Stop Motion).

Und bei beiden Videos: read the comments, es ist teilweise witzig.

PS: Hingewiesen wurde ich auf die Arbeiten und die zugehörigen Gedankengänge durch eine Vorlesung zur Einführung in die theatralen Inszenierungsformen. Referent war Christian Schulte, Uni Wien.

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